Geschichte & Kultur
Mexiko-Stadt – Metropole zwischen Geschichte und Moderne
Die Geschichte der heutigen Metropole ist durchzogen von alten Kulturen, sagenumwobenen Mythen und zahlreichen blutigen Schlachten um die Stadt.
Der Legende nach sahen die Azteken auf einer Insel inmitten des Texcoco-Sees einen Adler, der auf einem Kaktus sitzend eine Schlange verspeiste (noch heute das Zentralmotiv der mexikanischen Flagge). Dort errichteten sie 1325 gemäß dem Auftrag eines ihrer Götter eine Stadt namens Tenochtitlán. Durch Flöße und Aufschüttungen dehnten sie die Fläche der Insel aus und verbanden sie durch Brücken mit dem Festland.
Stadt auf dem See
Als der Spanier Hernán Cortés 1519 die Stadt auf dem See erreichte, hatte diese eine beachtliche Größe mit 300.000 Einwohnern erreicht. Es entbrannte ein erbitterter Kampf um die Stadt zwischen den spanischen Eroberern und den indigenen Völkern. Letztendlich siegte Cortés und konnte die Stadt 1521 für Spanien einnehmen. Tenochtitlán wurde bei diesen Kämpfen beinah vollständig zerstört. Die Spanier errichteten ihre eigenen Kirchen und Paläste auf den Ruinen der Tempel und Bauwerke der Azteken, von denen nichts übrig blieb.
Spanische Kolonialzeit und Unabhängigkeitskrieg
1535 wurde Mexiko-Stadt die Hauptstadt des Vizekönigreichs Neuspanien, der ersten spanischen Kolonie. Die folgende spanische Kolonialzeit dauerte drei Jahrhunderte an. Im Jahr 1810 entbrannte der Unabhängigkeitskrieg der Mexikaner gegen die spanische Besatzungsmacht, der 1821 in dem Vertrag von Córdoba mit der Unabhängigkeit Mexikos endete. Das Gebiet der Hauptstadt auf dem inzwischen trockengelegten See dehnte sich fortwährend aus.
Mexiko-Stadt im 20. Jahrhundert
Nach den von 1911 bis 1920 andauernden Revolutionskämpfen wurde Mexiko-Stadt Zuflucht für viele: Die Stadt industrialisierte sich rasch und die Einwohnerzahl verdoppelte sich in den nächsten beiden Jahrzehnten auf 1,8 Millionen.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg dieser Trend weiter an: Bei einem jährlichen Bevölkerungsanstieg von rund sieben Prozent kam der Wohnungsbau kaum hinteran. Riesige Slums dehnten sich aus. Ende der sechziger Jahre wurde mit dem Bau des U-Bahn-Netzes begonnen. Bis heute hat sich die Infrastruktur deutlich verbessert und wird weiter ausgebaut, die Stadt implementiert Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltprobleme. Dennoch ist Mexiko-Stadt eine überbevölkerte Metropole, in der die Lösung aller Probleme nicht absehbar ist.
Mexikanische Traditionen erleben
Wer mexikanische Geschichte und Traditionen selbst erfahren möchte, kann dies besonders gut durch kulturelle Unternehmungen in Mexiko-Stadt tun. Der „Palacio de Bellas Artes“ beherbergt Museen, Cafés, Spezialausstellungen, ein Theater sowie eine Oper. Besonders beliebt sind hier die Auftritte des nationalen Folkloreballetts, deren Darbietungen mit mexikanischen Tänzen, Musik und Gesang es weltweit zu Ruhm gebracht haben. Auch im „Auditorio Nacional“ finden zahlreiche Ballettshows sowie Konzerte klassischer und moderner Musik von nationalen wie internationalen Künstlern statt.
Die Stadt beherbergt zudem eine Vielzahl weiterer Museen, wie das Nationalmuseum für Anthropologie. Hier sind archäologische Ausstellungsstücke aus der Zeit der Azteken und Mayas zu bestaunen. Die Sammlungen zählen zu den weltweit bedeutendsten präkolumbischen Sammlungen der Welt.
