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Geschichte & Kultur

Kolonialzeit und Kultur: Rio de Janeiros Geschichte

Rio de Janeiro ist eine historische Stadt. Bereits vor Entdeckung durch die Portugiesen waren indigene Volksstämme hier ansässig. Über die jahrhundertelange Geschichte hat sich Rio zu einer der größten pulsierenden Metropolen weltweit entwickelt.

Sprachreise Geschichte: Geschichte und Kultur

Entdeckt wurde Rio de Janeiro am 1. Januar 1502 vom portugiesischen Seefahrer Gaspar de Lemos, der in die Guanabara-Bucht segelte. Die bereits ansässigen Tupí-Indianer wurden größtenteils vertrieben. Ab 1555 errichteten die Franzosen hier eine Siedlung, bis sie zwölf Jahre später von den Portugiesen unter Führung des brasilianischen Gouverneurs Estácio de Sá zum Verlassen der Region gezwungen wurden. Zu dieser Zeit war Brasilien bereits portugiesische Kolonie.

Zuckerrohr und Gold – Rio nimmt an Prestige und Bedeutung zu

In den folgenden Jahrhunderten war Zuckerrohr die wichtigste Ressource, von deren Anbau und Export Rio lebte. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Rio aufgrund der Hafenlage zu einem der wichtigsten portugiesischen Stützpunkte in Brasilien. Nach der Entdeckung von Gold brachte der folgende Goldrausch der Stadt zusätzlichen Prestige, wodurch sie 1763 zum Sitz des Vizekönigs erklärt wurde.

Als im Jahr 1808 der portugiesische König Joao VI. vor den napoleonischen Truppen flüchten musste und nach Rio de Janeiro ging, wurde die Stadt somit zur Hauptstadt der portugiesischen Kolonialmacht. Sein Sohn, Pedro I., erklärte 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal und sich selbst zum Kaiser.

Die Geschichte Rios ist auch Geschichte der Sklaverei

Trotz zunehmender wirtschaftlicher und politischer Bedeutung und der Ansiedlung des portugiesischen Adels entstand über die Jahrhunderte eine große soziale Ungleichheit in Rio de Janeiro. Zum einen stellten afrikanische Sklaven einen großen Bevölkerungsteil dar, zum anderen wurden hierdurch zahlreiche sogenannte Favelas (Slums, Armenviertel) errichtet, die ab dem 19. Jahrhundert einen beträchtlichen Teil der Stadtfläche ausmachten.

Die Sklaverei wurde schließlich im Jahr 1888 offiziell abgeschafft. In der Folge kam es zu Aufständen der Großgrundbesitzer und der Armee, die in einem Putsch des Militärs und der Flucht des brasilianischen Kaisers ins Exil kumulierten. In der ab 1889 ausgerufenen Republik war Rio de Janeiro die Hauptstadt, bis dieser Titel 1960 an Brasília überging.

Kultur und Traditionen im Rio de Janeiro von heute

Wer die Traditionen Rios näher erfahren möchte, dem sei das Nationalmuseum empfohlen. Gelegen ist es im Quinta de Boa Vista, einem historischen Park, der zu Residenzzeiten des Kaisers in Rio zu den Palastgärten zählte. Das Nationalmuseum selbst befindet sich sogar in dem Palastgebäude. Hier lässt sich also ein Stück brasilianischer Geschichte schnuppern. Im Museum befinden sich vor allem geschichtliche, ethnologische und archäologische Ausstellungsstücke. Wen es kulturell eher zu den Darbietungskünsten zieht, für den ist das Theatro Municipal der richtige Anlaufpunkt.

Das im Jahr 1905 erbaute Theater ist ein architektonisch beeindruckendes Gebäude, inspiriert von der Pariser Opéra de Garnier. Auch im Inneren ist es üppig und besonders prunkvoll ausgestattet. Das Theatro Municipal ist in ganz Brasilien eins der Top-Theater sowohl für Opern und Ballet als auch klassische Konzerte.

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