Gesundheit
Mit einiger Vorsicht durch Bolivien
In Bolivien muss auf einige Dinge geachtet werden. Der Aufwand wird aber durch das faszinierende und abwechslungsreiche Land um ein vielfaches wieder zurück gezahlt.
In Bolivien muss wegen der Gefahr möglicher Infektionskrankheiten jegliches Wasser, das zu Nahrungszwecken, Eiswürfelherstellung und zum Zähneputzen dient, abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Generell wird empfohlen, Trinkwasser in abgepackter Form zu kaufen.
Hierbei ist darauf zu achten, dass die Verpackung noch verschlossen und originalverpackt ist. Unpasteurisierte Milch sollte nicht getrunken oder verwendet werden, wenn doch, dann nur abgekocht. Fleisch- und Fischgerichte sollten nur gut durchgekocht und noch heiß verzehrt werden.
Produkte mit Mayonnaise und frischer Salat oder Gemüse sollten nicht verzehrt werden. Das Gemüse sollte nur gekocht und Früchte sollten nur geschält zu sich genommen werden. Vor dem Kauf und dem Verzehr in billigen Straßenrestaurants und Marktständen wird gewarnt.
In den Departmentos Beni, Chuquisaca, Cochabamba, El Alto, La Paz, Oruro, Potosi, Riberalta, Santa Cruz, Tarija und Tupiza besteht die Gefahr einer Cholera-Erkrankung. In diesen Gebieten sollte besonders auf die Hygiene und den Trinkwassergebrauch geachtet werden. Die Wirkung einer Schutzimpfung ist umstritten und es sollte vorher ärztlicher Kontakt aufgenommen werden. In seltenen Fällen lohnt sich eine Impfung.
Mögliche andere Krankheiten
In Bolivien kommt Typhus vor. Bei Rucksackreisenden oder Sprachschülern, die intensiv Land und Leute kennen lernen wollen, wird eine Schutzimpfung empfohlen. Die Gelbfieberimpfung ist für die Einreise vorgeschrieben und ist dringend erforderlich. Die Malarie ist ein weiteres Problem, das in allen Regionen unter 2.500 Metern schutz bedarf. In den Departamentos Beni und Pando, Santa Cruz und Tarija sowie in den Provinzen Lacareja, Rurenabaque, Nord und Süd Yungas im La Paz-Gebiet, Cochabamba und Chuquisaca besteht Malariarisiko. Häufiger kommt die ungefährlicher Form, „Plasmodium vivax“ (Malaria tertiana) vor.
Die gefährlichere Form „Plasmodium falciparum“ (Malaria tropica) kommt in den Departamentos Pando und Beni, insbesondere in Guayaramerín, Riberalta und Puerto Rico vor. Für ausreichenden Schutz sorgt in der Regel lange Kleidung, ein Mosquitonetz und ein wirksames Insektenschutzmittel. Bei Gebieten, die unter 2.500 Metern liegen, wir eine Notfallmedikation im Gepäck empfohlen. Chagas-Erkrankungen, die durch Raubwanzen übertragen werden, kommen Landesweit vor.
Ein wirksamer Insektenschutz und ein Insektennetz, sowie eine saubere Unterkunft können schützen. Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt landesweit vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung, Mückennetze und insektenabweisende Mittel. Das durch die Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt auch landesweit vor und als Schutz sollte ein wirksamer Insektenschutz benutzt werden.
Weitere Übertragungskrankheiten
Hepatitis A und B kommen Landesweit vor. Eine Hepatitis A Schutzimpfung wird generell empfohlen. Bei längerem Aufenthalt, sowie engerem Kontakt zu Bevölkerung, wird auch zu einer Schutzimpfung gegen Hepatitis B geraten.
Kinder und Jugendliche sollten Allgemein gegen diese beiden Arten von Hepatitis geimpft werden. In Gebieten in der südlichen Hälfte von La Paz (Provinzen: Franz Tamayo, Sud Yungas, Valle Grande) wurden Pest-Fälle gemeldet.
Der Schutz vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflicher Tätigkeit in Pestgebieten empfiehlt sich die prophylaktische Einnahme von Antibiotika.
Tollwut kommt landesweit vor. Wer einen längeren Aufenthalt plant, Rucksackreisenden und Sprachreisenden in ländlichen Gebieten, sowie Kindern und Jugendlichen wird eine Schutzimpfung empfohlen. Bisswunden von Hunden, Katzen, Waldtieren und Fledermäusen sollten so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden.
Gesundheitsversorgung in Bolivien
In Bolivien ist die Gesundheitsversorgung sehr schwankend und wechselhaft. Die staatlichen Krankenhäuser sind nicht zu empfehlen. Es gibt jedoch einige private Kliniken, die annehmbar sind.
Jedoch haben diese dementsprechend hohe Preise. Bei Notfällen steht eine amerikanische Klinik in La Paz zur Verfügung. Es wird daher dringend empfohlen, als Sprachreisender eine Reisekrankenversicherung mir Rücktransport abzuschließen.
Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Reisapotheke auch an die Temperaturen angepasst ist.
Probleme durch die besondere Höhe
In Bolivien ist durch die Höhenlage die UV-Strahlung sehr hoch und intensiv. Das kann zu Hautschäden führen. Es ist dringend erforderlich lange Kleidung und einen sehr guten Sonnenschutz zu verwenden. Wer unter Herzkrankheiten leidet, oder einen schwachen Blutdruck hat, sollte seinem Körper genügend Ruhe und Zeit zur Akklimatisierung lassen und sich nicht überanstrengen.
