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Geschichte & Kultur

Neapel, die Stadt der Gegensätze

Die süditalienische Metropole am Golf von Neapel kann auf eine lange und sehr bewegende Geschichte zurückblicken. Viele Kulturen beeinflussten Neapel, was unter anderem heute noch bemerkbar ist. Neapel ist heiß, laut, eng und arm – andererseits auch sehr prächtig und ruhig.

Sprachreise Neapel Geschichte und Kultur

Neapel war ursprünglich eine griechische Kolonie und wurde bereits um 750 vor Christus gegründet. Kyme (Cumae) hieß die damalige griechische Kolonie und einige Kilometer von Kyme entfernt wurde eine weitere Stadt gebildet, Parthenope. Parthenope ist heute ein Stadtteil Neapels, auf dem Hügel Pizzofalcone. Aus dieser Niederlassung Parthenope ging etwa 500 vor Christus durch die Erweiterung der alten Stadt, der Altstadt (griechisch Paläpolis) schließlich die neue Stadt (griechisch Neapolis) Neapel hervor.

Die Nea-Polis zählt zu den pulsierenden Städten

Die neue Stadt, Neapel, zählte schon kurz nach der Gründung zu den florierenden Städten der Magna Graecia, dem sogenannten „großen Griechenland“.  Als Magna Graecia werden die Regionen im antiken Süditalien und Sizilien bezeichnet, die durch griechische Siedler ab dem 8. Jahrhundert vor Christus kolonisiert wurden. In der Zeit der römischen Bürgerkriege um 88 -82 vor Christus stand Neapel auf der falschen Seite und wurde daher von den Römern erobert und dem römischen Imperium einverleibt.  

Neapel als römische Stadt spielt dann keine herausragende Rolle mehr, sonder war eher durchschnittlich. In der Umgebung Neapels entstanden Städte wie Pompeji oder Herculaneum, in Neapel selbst wurde nicht viel gebaut. Die Römer setzten sich durch, vertrieben die Griechen und die lateinische Sprache setzte sich vollständig gegen das Griechische durch.

Ausbruch des Vesuvs – Veränderungen in Neapel

Als der Vesuv im Jahr 79 nach Christus ausbricht wird das Umland Neapels zerstört. Die Städte Pompeji, Herculaneum und Stabbiae werden unter der Lava begraben. Einige Jahre später stirbt auch der letzte Kaiser des weströmischen Reiches, Romulus Augustulus. Neapel und große Teile des Mittelmeerraums werden von Byzanz erobert. Italien als politische Einheit zerfällt. Neapel wird zum selbständigen Herzogtum von Byzanz und bis zum Jahr 1137 regierten insgesamt 37 Herzöge.

Neapel als Bestandteil des italienischen Staates

Nachdem Neapel von Normannen und den Hohenstaufen beherrscht worden war, eroberte im Jahr 1860 Guiseppe Garibaldi Süditalien und zog nach Neapel. Giuseppe Garibaldi war ein berühmter Guerillakämpfer und einer der populärsten italienischen Protagonisten des Risorgimento, der italienischen Einigungsbewegung zwischen 1820 und 1870. Die Bevölkerung Neapels stimmte nach einer Volksabstimmung für den Anschluss an das italienische Königreich. Am 17. März 1861 wurde das Vereinigte Königreich Italien als konstitutionelle Monarchie offiziell proklamiert und Neapel gehörte dazu.  

Aufgrund von jahrhundertelanger Misswirtschaft der Herrscher war Neapel und das südliche Italien - wirtschaftlich deutlich unterentwickelt. Viele Entwicklungsprojekte und Förderungsmaßnahmen der neuen Zentralregierung kamen überwiegend dem Norden des Landes zugute, während der Süden eher vernachlässigt und durch eine ungerechte und harte Steuerpolitik wirtschaftlich stark belastet wurde. Neapel entwickelte sich so zu einer typischen Großstadt des Mezzogiorno (der wirtschaftlich wenig entwickelte Teil Süditaliens). Armut, Kriminalität, Schattenwirtschaft und die Mafia prägten den Alltag.

Neapel wird aufgepäppelt

Hygienische Missstände. Choleraepidemien und eine große Auswanderungswelle nach Argentinien und in die USA waren die Folge. Neapel schrumpfte. So fand der Faschismus in Süditalien mehr Anhänger als in Norditalien. Die Menschen sahen Hoffnung in der Regierungsform. Das einst pulsierende Neapel war alles andere als pulsierend. Erst im Rahmen des gesamtitalienischen Erneuerungsprozesses ab 1992 änderten sich auch die Verhältnisse in Neapel und die Ära der korrupten Kommunalpolitiker wurde beendet.  

Seit den 1990er Jahren wird der der Einfluss der Camorra (neapolitanische Mafia) zumindest eingedämmt, Restaurierungsarbeiten am Stadtbild und Sanierungsmaßnahmen wurden eingeleitet. 1994 war Neapel Tagungsort des G7-Gipfels und im Jahr 1995 wurde Neapels Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.  

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