Geschichte & Kultur
Sprachreise nach Galway – eine lebendige Stadt
Galway ist die Hauptstadt der irischen Grafschaft Galway in der Provinz Connacht. Mit etwas mehr als 70 000 Einwohnern ist Galway die größte Stadt im Westen der irischen Republik. In den letzten 20 Jahren erlebte die Stadt ein starkes Bevölkerungswachstum.
Galway ist mit zwei Universitäten zur „jugendlichsten“ Stadt Irlands gewählt worden. Somit ist Galway heute mit Dublin und Cork eine bedeutende Stadt in Irland. Ursprünglich fing die Entstehung Galways mit einem kleinen Kloster an. Häuser siedelten sich an und die Menschen lebten vom Fischfang.
Im Jahr 1124 wurde eine Burg in der Nähe des Fischerdorfes errichtet, die mit der Zeit zum anglo-normannischen Vorposten im Westen Irlands ausgebaut wurde. 14 anglo-normannische Addelsfamilien, die Stämme von Galway regierten dort und lenkten den Handel der Stadt.
Die Namen der Familien waren Athy, Blake, Bodkin, Browne, Darcy, Deane, Font, French, Joyce, Kirwin, Lynch, Martyn, Morris und Skerrett. Die Stadt war dann ständigen Attacken von dem im Umland lebenden irischen Clan der O’Flahertys ausgesetzt. Die Adelsfamilien fühlten sich der britischen Krone zugehörig und verweigerten den Iren kurzerhand den freien Zutritt zur Stadt.
Auch der Westen Irlands und Galway wurde stark von England beeinflusst, bis zum 15. Jahrhundert. Die Handelsbeziehungen zu Spanien und Portugal verstärkten sich um diese Zeit und Galway wurde zu einem der wichtigsten Handelshäfen.
Handelsbeziehungen zu Spanien und Portugal
Der Reichtum der Stadt Galway vermehrte sich durch die Handelsbeziehungen zu Südeuropa im 15. Jahrhundert. Doch schon ein Jahrhundert später stürmte der Gründer der englischen Republik Oliver Cromwell die Stadt und auch Wilhelm von Oranien, der spätere König von England, Schottland und Irland verschonte Galway nicht.
Protestanten gegen Katholiken
Galway verlor den Status einer blühenden Handelsstadt nach einem Großbrand und einigen Aufständen. Unter englischer Herrschaft wurde ein Gesetz erlassen, welches nicht ansässigen Katholiken verbot, nach Galway zu ziehen. Aus Furcht vor einer Invasion der Franzosen mussten alle Katholiken Galway verlassen und so verschlechterte sich die Situation der Handelsstadt erneut. Erst die Gründung der Universität von Galway im Jahr 1845 verhalf Galway zum Aufschwung. Eine Eisenbahnstrecke wurde 1850 gegründet und trug ebenfalls zum Aufschwung bei.
Galway ein Stehaufmännchen
Während des irischen Unabhängigkeitskriegs war Galway der Hauptsitz der britischen Armee. Bei einem Kampf im Jahr 1972 wurden Teile der Stadt durch Brände wieder zerstört. Wie aber bereits frühere Ereignisse gezeigt haben, ist Galway ein wahres Stehaufmännchen. Hartnäckig wurde die Stadt wieder aufgebaut und heute präsentiert sich die Hafenstadt mit ihren kleinen Gassen, zahlreichen Pubs und Restaurants lebendiger als je zuvor. Selbst drei Uhr morgens will der Klang von Flöten und Fideln nicht zu Ende gehen und die Pints scheinen sich stets von selbst wieder aufzufüllen.
