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Geschichte & Kultur

Sprachreise nach Dublin – Boomtown mit Narben

Dublin blickt auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück. Nach etlichen Kriegen und Hungersnöten wurde aus dem armen Irland ein blühendes Land mit dem Spitznamen „The celtic Tiger“. Die multikulturelle und sehr kompakte irische Metropole ist wie geschaffen für Sprachschüler, denn auf kleiner Fläche kann man in Dublin beinahe die ganze Welt entdecken.

Sprachreise Dublin: Geschichte und Kultur

Die Geschichte Dublins reicht bereits 2000 Jahre zurück, und für den Großteil des jüngeren Zeitraumes war Dublin sowohl die „Hauptstadt“ Irlands als auch das Zentrum von Kultur, Ausbildung und Industrie.

Dublin entstand ursprünglich aus einer Wikinger- und einer Keltensiedlung. Die Wikinger hatten ihre Winterlager dort und nannten die Siedlung „An Dubh Linn“, was so viel wie dunkler Tümpel bedeutete. Die Kelten nannten das Gebiet Áth Cliath – Hürden Furt.

Die Wikingersiedlung war auf dem Gebiet wo sich heute die Christ Church Chathedral befindet. Die ältere Keltensiedlung befand sich weiter flussaufwärts. Durch diese Siedlungen entstanden auch beide Namen der irischen Metropole: In der irischen Sprachen heißt Dublin „Baile Átha Cliath (Stadt an der Hürdenfurt). Der englische Name Dublin entstammt der Wikingersiedlung, die den Ort „Dubhlinn“ nannten.

Dublin – Zentrum der englischen Macht

Im 12. Jahrhundert eroberten Normannen südliche Teile Irlands und wurden somit zum Zentrum der englischen Macht. Dadurch verlagerte sich das Machtzentrum der gälischen Könige immer mehr in die heutige Hauptstadt. Die anglo-normannischen Eroberer wurden aber in die irische Kultur integriert, so dass nur ein kleines Gebiet außerhalb Dublin komplett unter englischer Besatzung stand.

Dieses Gebiet außerhalb von Dublin ist bekannt als „The Pale“ (der Pfahl). Menschen außerhalb dieses Gebiets wurden als unzivilisiert betrachtet, was zu dem bekannten englischen Ausdruck „Beyond the Pale“ (Außerhalb des „Pale“ – in der Bedeutung von „völlig inakzeptabel“) führte.

In Dublin konzentrierte sich nun die englische Macht um das neugebaute Dublin Castle, während viele der ursprünglichen altnordischen  Einwohner die Stadt verließen. Sie gründeten eigene kleine Siedlungen nördlich und südlich von Dublin.

Dublins Sehenswürdigkeiten aus einer Zeit der englischen Kontrolle

Im Jahr 1171 wurde Dublin unter Heinrich II. Hauptstadt der englischen Besetzer („Lordship of Ireland“ 1171–1541) und wurde von englischen und walisischen Siedlern beinahe überrannt. Die Engländer fanden Gefallen an der irischen Insel und besiedelten sie zu Hauff. Die wichtigsten Gebäude aus dieser Zeit stehen in Dublin: St. Patrick’s Cathedral, Christ Church Cathedral und die St. Audoen's Church. Diese Bauten befinden sich alle in einem Radius von einem Kilometer entfernt.

Die enge Beziehung zwischen Dublin und der englischen Krone

Das Leben in Dublin im Mittelalter war gefährlich.  Gewalt und Beulenpest suchte die Stadt heim, große kriegerische Schlachten und räuberische Übergriffe fanden über Jahrhunderte in und um Dublin statt. Ein Streit zwischen Schotten, Engländer und Iren entstand, der sich über Jahrhunderte hinweg zog. Im 16. Jahrhundert dominierte die irische Herrschaft, doch auch innerhalb der irischen Königsfamilie herrschte Streit und Uneinigkeit. Die Iren untereinander und die Engländern stritten sich, es entstand ein Rosenkrieg, das Dublin Castle wurde besetzt. Dies führte zu einer engen Beziehung zwischen Dublin und England, die nicht immer freundschaftlich war.

Kolonial-Dublin

Glückliche Engländer, die nun über Dublin herrschten waren im 17. Jahrhundert dann doch verunsichert: durch die protestantische Reformation in England; waren sie doch nahezu alle römisch-katholisch.

Spannungen, Krankheiten, Neunjähriger Krieg zerrütte Dublin und als Ergebnis betrachtete die englische Herrschaft Dublin als unzuverlässig. Die Engländer ermutigten englische Protestanten nach Irland überzusiedeln. Diese „Neu-Engländer“ bildeten die Basis der englischen Regierung in Irland bis ins 19. Jahrhundert. Die Engländer stärkten ihre Machtposition in Irland, führten strenge Gesetze ein und wandten sich gegen die katholische Mehrheit.

Dublin wuchs als Stadt und wurde zur zweitgrößten Stadt des britischen Empires nach London. Dublin erhielt Modernisierungen, englischen Baustil, neue Fassaden und strenge Regeln zur Abfallbeseitigung, um weitere Krankheiten zu vermeiden. Neue und breitere Straßen entstanden in Dublin und die Stadt wurde immer größer. Nur die alten Dubliner Viertel Temple Bar zwischen „Dame Street“ und der Liffey sowie die Gegend um die Grafton Street überlebten bis heute mit ihren engen mittelalterlich anmutenden Straßen.

Dublin hatte kulturell was zu bieten. Doch auch die Schattenseiten der florierenden Stadt wuchsen: Die Slums der Stadt (hauptsächlich in den Nord- bzw. Südwest-Bezirken) wurden immer größer, bedingt durch die Landflucht der Iren. Rivalisierende Gangs wie die „Liberty Boys“ (Weber aus dem Stadtteil „Liberties“) und die „Ormonde Boys“ (Schlachter vom Ormonde-Quai auf der Nordseite) bestritten blutige Schlachten, oft mit starker Bewaffnung und vielen Toten. Nach der Verabschiedung unliebsamer Gesetze kam es auch regelmäßig zu gewalttätigen Demonstrationen vor dem Irischen Parlament.

Durch die Zuwanderung aus ländlichen Gebieten änderte sich nun aber erneut das demografische Gleichgewicht, und die irischen Katholiken erlangten Ende des 18. Jahrhunderts wieder die Mehrheit in der Stadt.

Das Ende der britischen Herrschaft

Im 20.Jahrhundert schließlich schien Irland endgültig England zu gehören, doch der erste Weltkrieg verhindert dies. Im Jahr 1916 veranstaltete eine kleine Gruppe Republikaner unter Padraig Pearse in Dublin das, was als Osteraufstand in die Geschichte eingehen sollte. Es folgte wieder ein Krieg zwischen England und Irland, der 1921 mit einem Waffenstillstand endete.

Ein eigenständiger irischer Freistaat wurde geboren. Jedoch gehörten nicht alle 32 Grafschaften zu Irland, sondern nur 26. Ein Teil im Norden gehört bis heute zu England. Der blutigste Tag dieser Zeit war zweifelsohne 1920 der Bloody Sunday, als die IRA 14 britische Spione hinrichtete und die Armee daraufhin das Feuer auf Fußballzuschauer im Croke Park eröffnete.

Abriss der alten Mietsbunker

Dublin wurde nach und nach aufgebaut, Häuser aus viktorianischen Zeiten wurden abgerissen und neue Häuser gebaut. Ironischerweise gibt es in Dublin, trotz allen neu erreichten Wohlstands, einen Mangel an Häusern. Die daraus entstandenen drastischen Erhöhungen von Mieten und Kaufpreisen zogen viele Dubliner von der teuren Stadt in die billigeren umgebenden Grafschaften, wie Meath, Louth, Kildare und Wicklow.

Dies führte wiederum zu längeren Anfahrtswegen, großen Verkehrsproblemen in Dublin sowie zur Zersiedlung der Umgebung Dublins im Allgemeinen. Die neue Republik Irland war im zweiten Weltkrieg neutral, und zwar so neutral, dass Dublin nicht unter einer Flächenbombardierung litt.

Der keltische Tiger wird stark

Trotz einzelner Ausnahmen gibt es seit den 1980er Jahren etwas mehr Feingefühl unter den Stadtplanern, was die Erhaltung von Dublins Kulturerbe angeht. Die meisten Georgianischen Gebäude der Stadt stehen mittlerweile unter Denkmalschutz.

Auch die Erneuerung von Temple Bar, Dublins letzten erhaltenem Viertel aus dem Mittelalter, begann in dieser Zeit. In den späten 1980er Jahren wurden die Grafton Street und die Henry Street zu Fußgängerzonen. Die eigentliche Umgestaltung Dublins begann erst in den späten 1990er Jahren, als die ökonomische Kraft des Keltischen Tigers stark anstieg.

Dublin hatte bis dahin zahlreiche heruntergekommene Plätze und war eher unattraktiv. Die Menschen wanderten aus, suchten sich in anderen Ländern, hauptsächlich in den USA ein besseres Leben. Seit etwa zehn Jahren erlebt Dublin jedoch einen Wirbelsturm an Verschönerungen und Gebäudearbeiten – vor allem im Bau von Appartements und Bürogebäuden.

Der spektakulärste „Neubau“ ist sicherlich, neben dem Dublin Spire das fast einen Kilometer lange Finanz-Viertel (International Financial Services Centre – IFSC) an den North-Quays.

Einwanderung und Sprachreisen

Dublin war traditionell eine Stadt der Auswanderer mit hohen Arbeitslosenzahlen, die viele Bewohner dazu zwangen die Stadt und das Land zu verlassen. Doch ab Mitte der 1990er Jahre kehrte sich dieser Trend drastisch um und zog Emigranten aus der ganzen Welt auf die grüne Insel. Dublin ist heutzutage Heimat vieler Nationalitäten, darunter Menschen aus China, Nigeria, Russland, Rumänien und vielen anderen Ländern. Sprachreisen nach Irland boomen, neben Englisch kann auch irisch gelernt werden.

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