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Geschichte & Kultur

Johannesburg, die goldene Stadt

Johannesburg, auf Zulu eGoli („die goldene Stelle“) oder umgangssprachlich oft Joburg oder Jozy genannt, liegt in der Provinz Gauteng in Südafrika. Die Gründung lässt sich auf die vor rund 100 Jahren gefundenen Goldressourcen zurückführen.

Sprachreise Südafrika, Geschichte Johannesburg

Dort, wo heute das industrielle und wirtschaftliche Zentrum Südafrikas liegt, war bis vor etwa 100 Jahren noch eine unberührte Savannenlandschaft. Wilde Tiere und einige Stämme lebten dort ganz friedlich. Das Jahr 1886 ist für Johannesburgs Geschichte entscheidend: Die ersten Goldfunde wurden entdeckt. Diese Nachricht verbreitete sich wie Lauffeuer und das Land erlebt einen ungeahnten Goldrausch. Die Regierung schickte zwei Bevollmächtigte in das Gebiet, die dort eine kleine Ortschaft gründeten. Die beiden damaligen Staatsbeamten Johann Rissik und Christiaan Johannes Joubert benannten die Ortschaft nach ihrer beider Vornamen „Johannesburg“.

1895 – Johannesburg hat schon 100.000 Einwohner

Innerhalb weniger Jahre erlebte die Goldgrube einen Zuwachs und Johannesburg zählte schon 100.000 Einwohner und die Minenwerke beschäftigten 75.000 Arbeiter. Kapstadt hingegen existierte schon 243 Jahre und hatte erst 500 Einwohner. Für die Arbeit in den Minen wurden Schwarze zwangsverpflichtet. Die Männer wurden für mindestens ein Jahr zur Arbeit in den Minen abkommandiert. Die Männer mussten getrennt von ihren Familien leben unter oft sehr unmenschlichen Bedingungen. Die Minenarbeiter hausten in Baracken um die Goldmine herum. Um psychisch nicht völlig durchzudrehen und um ihre Kultur aufrecht zu erhalten, führten viele Minenarbeiter traditionelle Tänze auf. Im Laufe der Jahre wurden diese Aufführungen der Minentänzer auch für viele Weiße Bestandteil ihrer Wochenend-Vergnügungen in Johannesburg.

Gold – Entscheidende Entwicklung für Südafrika und Europa

Es stellte sich heraus, dass in Johannesburg das größte Goldvorkommen weltweit war. Die Entdeckung zog natürlich viele Glücksritter aus aller Welt an, vor allem aber  Goldgräber aus Holland und England. Viele tausende Arbeiter, auch die Buren aus der Kapkolonie, kamen nun nach Johannesburg, um nach Gold zu graben. Heute kann man in Gold Reef City einen Einblick in die Arbeit in den früheren Goldminen zu bekommen. Gold Reef City ist ein Museum und Vergnügungspark in Johannesburg. Nebenan befindet sich gleich das Apartheid Museum.

Wirtschaft, Entwicklung und Rassentrennung

Schon früh installierte die südafrikanische Regierung ein Rassensystem. 1910 wurde die Bevölkerung der Goldgräber-Siedlung gezwungen in nach Rassen getrennte Gebiete zu ziehen, die zuvor von der weißen Regierung oft willkürlich festgelegt wurden. Die nicht-weiße Bevölkerung arbeitete hauptsächlich in den Goldminen, und ihnen wurde qualifizierte Arbeit untersagt.  Barackensiedlungen entstanden, die bis heute vorhanden sind: Die Townships. Das bekannteste Township von Johannesburg ist Soweto (kurz für: South Western Township).

Hier lebte auch Nelson Mandela und sein Haus kann in der Vilakazi Straße in Soweto besucht werden. Trotz dieser radikalen Trennungspolitik war beispielsweise der Stadtteil Sophiatown zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein lebendiges  Musiker-Viertel der Stadt, in dem die verschiedenen Hautfarben mehr oder weniger friedlich nebeneinander lebten. In anderen Stadtgebieten ging es weniger friedlich zu. Unruhen, rassenfeindliche Auseinandersetzungen und viele Tote gehörten beinahe zu Johannesburg wie die Goldmine.

1990

Seitdem die Apartheid im Jahr 1990 abgeschafft wurde, wurden die Diskriminierungsgesetze offiziell abgeschafft. Die von Schwarzen bewohnten Townships wurden seither mehr oder weniger in die Stadt integriert, zumindest wird Johannesburg mit vielfältigen Entwicklungsmaßnahmen erneuert. Viele Vororte werden heute wieder von Menschen verschiedener Hautfarben bewohnt. Die krassen Gegensätze sind im Stadtbild nach wie vor vorhanden, aber jetzt ist nicht mehr die Hautfarbe das entscheidende Kriterium, sondern, wie in vielen Großstädten, der Unterschied zwischen arm und reich.

Probleme heute

Der Großraum Johannesburg hat heute immer noch mit einer hohen Kriminalitätsrate zu kämpfen. Im Jahr 1998 erhielt die Stadt sogar den Titel „Gefährlichste Stadt der Welt“. Als Folge war die Innenstadt nach der Apartheit von leeren Hotels und Bürogebäuden dominiert, da viele weiße Bewohner und Firmen das Stadtzentrum aus Sicherheitsgründen verlassen haben und in die nördlichen Vororte gezogen sind.

Heute ist das zwischen Johannesburg und Pretoria liegende Midrand das Hauptzentrum für viele internationale Firmen. Das Zentrum der südafrikanischen Finanzbranche befindet sich in Sandton nördlich des Stadtzentrums.

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