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Geschichte & Kultur

Kairo – Europa im orientalischen Dekor

Das Reich von Isis und Osiris geht auf mehrere Siedlungen zurück. Im heutigen Stadtgebiet von Kairo lag der Ort Cheri-aha, wo sich nach der ägyptischen Mythologie die Götter Horus und Seth bekämpften. Die altägyptische Siedlung am Ostufer des Nils wurde im ersten Jahrhundert nach Christus unter römischer Herrschaft gegründet und später zur Festung ausgebaut.

Sprachreise Geschichte: Geschichte und Kultur

Im Jahr 641 eroberten Araber die Festung. Im Laufe der Zeit wurde das Gebiet zu einem Wichtigen Stützpunkt der islamischen Herrschaft. Einen ersten kleinen Aufschwung erlebte die Stadt unter den Tuluniden, die Fustat als ihren Hauptstützpunkt ansahen und in direkter Nachbarschaft die Siedlung al-Qata'i gründeten. Zwei Bauwerke sind aus dieser Zeit noch erhalten: Die Ibn-Tulun-Moschee sowie der Nilometer.

Im Jahr 973 wird Kairo nun endlich Hauptstadt des fatimidischen Reiches, das sich von Marokko in den Nahen Osten erstreckte. Viele Prunkbauten, die im muslimischen Kairo zu sehen sind, stammen noch aus dieser Zeit. Mit dem Bau der Azhar-Moschee im Jahre 970, in dem sich seit 988 die sunnitische Lehranstalt und heutige Al-Azhar-Universität befindet, rückte Kairo schnell ins Zentrum der islamischen Gelehrsamkeit.

Kairo war ab dann kulturelles Zentrum und der Stolz des Islam. Kairo stellte Bagdad in den Schatten und war über mehrere hundert Jahre eine wichtige Metropole, Handels- und Friedensplatz.

Britischer Einfluss in Kairo

Mit der Eröffnung des Sueskanals im Jahre 1869 konnte Kairo den europäischen Mächten als blühende Metropole zu präsentiert werden. Der überwiegende Teil der Entwicklung wurde jedoch über Auslandsanleihen finanziert: Großbritanniens Einfluss in Ägypten nahm dadurch gewaltig zu.  Der wachsende britische Einfluss brachte auch den Tourismus nach Kairo.

Der britische Multijobber und Abstinenzler Thomas Cook „erfand“ die Nilkreuzfahrt. Damals mit 32 Touristen auf zwei Dampfschiffen. Damals genossen die Reisenden die Langsamkeit, die Ruinen am Wegesrand und die Weite der Wüste. Auch damals gab es schon Sprachreisen, an Bord des Nildampfers und ganz exklusiv.

Europa in Kairo

Schon im alten Ägypten gab es die Idee, die auch der Pauschalreise zu Grunde liegt: Die Seele baumeln lassen und Souvenirs mitbringen beispielsweise Bier und Brot, Taubenragout, Feigenkompott und Diener aus Holz oder Stein. Im Jahr 1841 eröffnete in einem ehemaligen Harem von Kairo das legendäre Hotel „Shepheard’s“. Dort konnten sich die Reisenden wie zu Hause fühlen: französische Küche, Schweizer Zimmermädchen und die Crew von „Thomas Cook & Sons“, die sich darum kümmerten, jeden Kulturschock zu dämpfen.

Kairo wurde zum „Winterpalast“ der Briten und Europäer. Fünf Uhr Tees, Wellness-Angebote kontinentale Küche. Kairo wurde das beliebteste Reiseziel der betuchten Bürger, die sich in Ägypten befanden, das wie ein kleines Europa dekoriert wurde. Kairo ist auch heute wichtige Kultur- und Tourismus-Stadt und noch genauso anziehend wie vor etlichen Jahren. 

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